Autoreifen wechseln ist eine grundlegende Wartungsarbeit, die jeder Autofahrer beherrschen sollte. Der Wechsel erfolgt entweder saisonal zwischen Sommer- und Winterreifen oder bei Verschleiß der aktuellen Bereifung. Fakten auf den Tisch: Mit dem richtigen Werkzeug und etwas Übung dauert ein kompletter Reifenwechsel etwa 30-45 Minuten.
Wann sollte man Autoreifen wechseln
Der Zeitpunkt für den Reifenwechsel hängt von verschiedenen Faktoren ab. Saisonal gilt die Faustregel „von O bis O” – von Oktober bis Ostern Winterreifen, danach Sommerreifen. Laut ADAC sollten Winterreifen montiert werden, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 7 Grad Celsius fallen.
Bei der Profiltiefe wird es kritisch: Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm, Experten empfehlen jedoch 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen. Getestet und für gut befunden: Die Münzprobe mit einer Ein-Euro-Münze zeigt schnell, ob das Profil noch ausreicht.
Weitere Wechselgründe sind sichtbare Schäden wie Risse in der Seitenwand, ungleichmäßiger Verschleiß oder ein Reifenalter über sechs Jahre. Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke verrät das Produktionsdatum.
Autoreifen wechseln: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Direkt zur Sache: Parken Sie auf ebenem, festem Untergrund und ziehen Sie die Handbremse an. Bei Schaltgetriebe legen Sie den ersten Gang ein, bei Automatik die Parkstellung.
Die Radschrauben werden zunächst nur gelöst, nicht komplett herausgedreht. Anschließend das Fahrzeug mit dem Wagenheber anheben, bis das Rad frei schwebt. Jetzt können die Schrauben vollständig entfernt und das Rad abgenommen werden.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Verwenden Sie immer einen Unterstellbock als zusätzliche Sicherung. Der Wagenheber allein reicht nicht aus.
Das neue Rad aufsetzen, Schrauben handfest anziehen und das Fahrzeug wieder absenken. Erst dann die Radschrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment festziehen – meist zwischen 80 und 120 Nm je nach Fahrzeugtyp.
Die richtige Reihenfolge beim Rad wechseln
Ziehen Sie die Radschrauben immer über Kreuz an, nie der Reihe nach. Bei fünf Schrauben beginnen Sie mit einer beliebigen und ziehen dann die gegenüberliegende an. Diese Methode verhindert Verzug der Felge.
Welches Werkzeug braucht man zum Autoreifen wechseln
Das Wesentliche in Kürze: Die Grundausstattung besteht aus Wagenheber, Radkreuz oder Drehmomentschlüssel, Unterstellbock und Arbeitshandschuhen. Viele Fahrzeuge haben bereits einen Bordwagenheber und ein Radkreuz im Kofferraum.
Ein Drehmomentschlüssel ist unverzichtbar für das korrekte Anziehen der Radschrauben. Ohne Umschweife gesagt: Zu fest angezogene Schrauben können Gewinde beschädigen, zu lockere gefährden die Sicherheit.
- Wagenheber (Scherenwagenheber oder Rangierwagenheber)
- Drehmomentschlüssel mit passenden Nüssen
- Unterstellbock für zusätzliche Sicherheit
- Drahtbürste zum Reinigen der Radnaben
- Arbeitshandschuhe und Knieschutz
Profis verwenden oft einen Schlagschrauber zum Lösen festsitzender Schrauben. Beim Anziehen sollte jedoch immer der Drehmomentschlüssel zum Einsatz kommen, um das korrekte Anzugsmoment zu gewährleisten.
Reifenwechsel Kosten in der Werkstatt
Die Kosten für den Reifenwechsel variieren je nach Region und Werkstatt. In Deutschland liegen die Preise zwischen 20 und 50 Euro pro Fahrzeug für das reine Umstecken von Kompletträdern. Das Aufziehen neuer Reifen auf vorhandene Felgen kostet zwischen 15 und 25 Euro pro Reifen.
Zusätzliche Kosten entstehen für das Wuchten (8-15 Euro pro Reifen) und die Entsorgung alter Reifen (2-5 Euro pro Stück). Bei Fahrzeugen mit Reifendruckkontrollsystem (RDKS) können weitere 10-20 Euro pro Rad anfallen.
Wer seine Autoreifen selber wechseln möchte, spart erheblich. Die einmalige Investition in Werkzeug amortisiert sich bereits nach wenigen Wechseln.
Autoreifen selber wechseln: Das richtige Drehmoment
Klartext ohne Beschönigung: Das korrekte Anzugsmoment ist entscheidend für die Sicherheit. Zu lockere Schrauben können sich während der Fahrt lösen, zu feste beschädigen Gewinde oder Felgen.
Die Drehmomentwerte stehen meist im Fahrzeughandbuch oder auf einem Aufkleber im Motorraum. Typische Werte liegen zwischen:
- Kleinwagen: 80-100 Nm
- Mittelklasse: 100-120 Nm
- SUV und Transporter: 120-180 Nm
Nach 50-100 Kilometern sollten die Radschrauben nochmals kontrolliert und gegebenenfalls nachgezogen werden. Moderne Leichtmetallfelgen setzen sich oft noch etwas, wodurch die Schrauben lockerer werden können.
RDKS und Reifendrucksensor beim Wechsel beachten
Fahrzeuge ab Baujahr 2014 sind serienmäßig mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet. Die Sensoren in den Rädern müssen nach dem Wechsel oft neu angelernt werden. Laut TÜV Nord erfolgt dies entweder automatisch nach einigen Kilometern Fahrt oder manuell über das Bordmenü.
Bei defekten RDKS-Sensoren entstehen Zusatzkosten von 50-150 Euro pro Sensor. Pannenhilfe wird oft nötig, wenn die Warnleuchte dauerhaft leuchtet.
Reifen richtig einlagern nach dem Wechsel
Die sachgerechte Lagerung verlängert die Lebensdauer der Reifen erheblich. Kompletträder werden liegend gestapelt oder an Felgenbäumen aufgehängt. Reifen ohne Felgen stehen aufrecht und werden regelmäßig gedreht.
Punkt gemacht: Der Lagerort sollte kühl, trocken und dunkel sein. Keller oder Garage sind ideal, der Dachboden meist zu warm. Vor der Einlagerung werden die Reifen gereinigt und der Luftdruck um 0,5 bar erhöht.
Profitipp: Markieren Sie die Reifen mit Kreide – VL für vorne links, HR für hinten rechts. So können Sie beim nächsten Wechsel die Position tauschen und gleichmäßigen Verschleiß fördern.
Häufige Fehler beim Autoreifen wechseln vermeiden
Der häufigste Fehler ist das Anheben des Fahrzeugs mit bereits gelösten Radschrauben. Das Rad dreht mit und die Schrauben lassen sich nicht lösen. Lösen Sie die Schrauben immer zuerst am stehenden Fahrzeug.
Weitere typische Fehler sind das Verwenden des falschen Aufnahmepunkts am Wagenheber oder das Verzichten auf den Unterstellbock. Getestet und für gut befunden: Moderne Fahrzeuge haben markierte Aufnahmepunkte für den Wagenheber.
- Radschrauben vor dem Anheben nur lösen, nicht entfernen
- Korrekten Aufnahmepunkt am Wagenheber verwenden
- Unterstellbock als zusätzliche Sicherung einsetzen
- Drehmoment mit kalibriertem Schlüssel prüfen
- Nach 100 km Radschrauben nachkontrollieren
Ein weiterer Fehler ist das Vertauschen von Sommer- und Winterreifen oder das Montieren in falscher Laufrichtung. Moderne Reifen haben oft eine vorgegebene Drehrichtung, die durch einen Pfeil auf der Seitenwand angezeigt wird.
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Quellen:
Räder oder Reifen wechseln: Anleitung und Tipps, adac.de, [Zugriff: 2026-03-16].
Reifen wechsel selber machen: Anleitung & Tipps, autobild.de, [Zugriff: 2026-03-16].
Reifen selbst wechseln » Anleitung & Tipps, conrad.de, [Zugriff: 2026-03-16].
Reifenwechsel: Tipps, Zeitpunkt & Sicherheit, tuev-nord.de, [Zugriff: 2026-03-16].















